Sie sind hier: Startseite / Leitlinien + Empfehlungen / Empfehlungen / Infektionen bei Neutropenie / Therapie / Strategie bei pulmonalem Infiltrat und möglicher Pilzinfektion

Therapiestrategien - Strategie bei pulmonalem Infiltrat und möglicher Pilzinfektion

Autor/en: Hartmut Link, Dieter Buchheidt, Georg Maschmeyer unter Mitarbeit von Angelika Böhme, Rolf Mahlberg, Sabine Mousset, Helmut Ostermann, Olaf Penack, Gerda Silling
Stand: 14.07.2006
Pulmonales Infiltrat
Antibiotikatherapie:
Piperacillin-Tazobactam oder Ceftazidim oder Cefepim oder Imipenem/Cilastatin oder Meropenem
kombiniert mit antimykotischer Therapie:
liposomales Amphotericin B oder Caspofungin oder Voriconazol
siehe auch unter "Diagnostische + therapeutische Strategien: Modifikationen, Ergänzungen": Respirationstrakt

Therapieergebnis und Dauer der Therapie bei Fieber unklarer Ursache


Kontrolle des therapeutischen Ansprechens


Das Behandlungsergebnis wird jeweils innerhalb von 72-96 Stunden nach Beginn oder Modifikation der antimikrobiellen Therapie (initiales Ansprechen), zum Zeitpunkt der Beendigung der antimikrobiellen Therapie (definitives Ansprechen) und nach Ablauf einer adäquaten Nachbeobachtungszeit (in der Regel 7 Tage) beurteilt.

Erfolg der Behandlung:
Zum Zeitpunkt der Beurteilung beträgt die Körpertemperatur weniger als 38°C, ohne dass Anzeichen für eine Infektion bestehen.

Therapieversagen:

  1. Keine Besserung: Temperatur >38°C oder Anzeichen einer Infektion zum Zeitpunkt der Beurteilung.
  2. Verschlechterung: Klinisch oder mikrobiologisch dokumentierte Infektion, z.B septischer Verlauf, Lungeninfiltrate, nachweisbarer Infektionsfokus.

Wenn eine Infektion innerhalb von 48 Stunden nach Therapiebeginn klinisch oder mikrobiologisch gesichert werden kann, liegt kein Therapieversagen, sondern eine dokumentierte Infektion vor.

Therapiefortführung bei erfolgreicher Behandlung und Nachbeobachtung

Erfolgsbeurteilung nach 72 h antimikrobieller Therapie (s.o.)

Kriterien für erfolgreiche Behandlung erfüllt:

Therapieregime bis zur Fieberfreiheit an insgesamt 7 konsekutiven Tagen fortführen, sofern die Zahl der neutrophilen Granulozyten weiterhin <1000/mm3 bleibt.

Bei Wiederanstieg der neutrophilen Granulozyten >1000/mm3 genügen zwei weitere fieberfreie Tage nach Eintritt der Entfieberung.

Nach Beendigung der antimikrobiellen Therapie ist eine (ambulante) Nachbeobachtung von 7 Tagen erforderlich, um ein Infektionsrezidiv oder eine Sekundärinfektion erfassen zu können.